[IPK] Die NSSP benötigt weiterhin Hilfe für die Opfer des Tsunami
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Mon Jul 18 23:01:30 CEST 2005
Sri Lanka:
Unterstützungsfonds für die Opfer des Tsunami
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Die NSSP benötigt weiterhin Hilfe für die Opfer des Tsunami
Von unserem Korrespondenten in Colombo
Nach dem Aufruf vom 27. Dezember 2004 [1] hat die Nava Sama Samaja Party
(NSSP, Neue Partei für eine Gesellschaft der Gleichheit, Sri Lankesische
Sektion der Vierten Internationale) über zwei Millionen Rupien
(18 000 €) erhalten, die in Europa, Amerika und Japan von Sektionen der
Vierten Internationale und ihren SympathisantInnen gesammelt wurden. Ein
etwas geringerer Betrag wurde in Sri Lanka selbst von AktivistInnen aus
den von der Katastrophe weniger betroffenen Regionen gesammelt. Die NSSP
begrüßt die Bekundung von Internationalismus seitens der Tausende von
Kilometern entfernt lebenden GenossInnen, die uns mit ihrer Spende so
großzügig unterstützt haben. [2]
Ohne eure beherzte Hilfe wären zahlreiche GenossInnen, die vom Tsunami
heimgesucht wurden, an ihrer miserablen Lage verzweifelt. Die Mehrheit
der Opfer lebt noch heute in provisorischen Zelten, die von NGOs zur
Verfügung gestellt wurden. Da die Regenzeit begonnen hat, wird das
Überleben unter solchen Bedingungen immer schwieriger. Viele mussten in
Schulen oder Tempel Zuflucht suchen, da die Umsetzung der
Regierungspläne, d.h. der Finanzierungsplan für den Wiederaufbau der
zerstörten Häuser noch immer nicht begonnen hat.
In vielen Regionen wehren sich die Opfer des Tsunami gegen die
Regierung. Die verbreitetste Forderung lautet: "Lasst die Tsunami-Opfer
auf ihrem Land wohnen", denn die Regierung hat den Wiederaufbau von
Häusern in einem Streifen von 100 Metern von der Küste weg verboten,
ohne aber woanders Land anzubieten. Die Bodenspekulation -- die
Regierung plant, das auf diese Weise konfiszierte Land an Baufirmen für
Touristenhäfen zu vergeben -- deutet klar auf die Unfähigkeit der
Regierung hin, den BewohnerInnen im Norden wie im Süden der Insel zu
helfen und ihre Wohnungen wiederaufzubauen.
Zudem haben chauvinistische singhalesische Kräfte innerhalb wie
außerhalb der Regierung eine umfassende Kampagne vom Zaun gebrochen, um
die Umsetzung eines gemeinsamen Wiederaufbauprogramms mit den LTTE
(tamilischen Tigern) zu verhindern. Nur die Linken und manche NGOs
arbeiten in den mehrheitlich tamilisch oder muslimisch bewohnten
Gebieten. Sie sind dabei Angriffen der singhalesischen ChauvinistInnen
ausgesetzt.
Die Folge dieser chauvinistischen Kampagne ist, dass die Regierung
beschlossen hat, die von manchen NGOs importierten Waren zu besteuern.
Die eingetroffene Hilfe stapelt sich daher in den Häfen und Flughäfen,
denn die NGOs haben nicht die Mittel, die Einfuhrsteuern zu bezahlen!
Die Regierung plant zudem ein Gesetz zur Kontrolle über diese Gelder,
die NGOs und nicht von der Regierung kontrollierte Organisationen --
insbesondere Gewerkschaften und linke Parteien -- von ausländischen
Spendern erhalten haben. Unsere Arbeit gestaltet sich dadurch nur noch
schwieriger.
Die Regierung möchte die gesamte Hilfe über das Departement für soziale
Dienste verteilen. Da die Bevölkerung die offenkundige Unfähigkeit
dieser Verwaltung und die schwere Korruption im Regierungsapparat kennt,
kann sie einer solchen Praxis nicht zustimmen.
UNSERE ROLLE
Die NSSP hat bereits in Batticaloa in der Ostprovinz, in Amalangoda in
der Zentralprovinz und in Ratmalana und Moratuwa in der Westprovinz
umfangreiche Hilfe für den dringlichsten Bedarf verteilt. Wir konnten
Geld an Menschen weitergeben, deren Häuser in diesen Provinzen
beschädigt wurden. Nahezu 2 Millionen Rupien wurden allein für die
Ostprovinz ausgegeben.
Am 17. März haben wir eine andere Kampagne in der Region Tangalle
eingeleitet, wo wir Lehrbücher und andere Schulsachen für Kinder
verteilt haben, die umgesiedelt wurden. Wir planen andere spezifische
Programme, die wir aber nur umsetzen könnten, wenn wir neue Spenden
erhalten.
Insbesondere haben wir ein Konzept für den Bau von mindestens 25
günstigen Unterkünften für GenossInnen, deren Häuser zerstört wurden,
ausgearbeitet. Entsprechend den von unserem Architekten entworfenen
Plänen werden sich die Kosten für jedes einzelne Haus auf rund 2000 €
belaufen.
Dafür wären also weitere 50 000 € nötig. Da wir außerstande sind, in Sri
Lanka einen entsprechenden Betrag aufzubringen, wenden wir uns noch
einmal an alle Sektionen der Vierten Internationale, alle
SympathisantInnen und FreundInnen mit der Bitte, den Solidaritätsfonds
der NSSP so gut wie möglich zu unterstützen. [3]
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Spendenkonto der Inprekorr in Deutschland:
Thies Gleiss
Sonderkonto 478 106-507
Postbank Köln (BLZ 370 100 50)
(IBAN DE44 370 100 50 0478 106 507 - BIC PBNKDEFF)
Stichwort: Tsunami
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Aus: Inprekorr Nr. 404/405 (Internationale Pressekorrespondenz)
Nachdruck gegen Quellenangabe und Belegexemplar erwünscht
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Bestellungen: Verlag Neuer Kurs, Dasselstr. 75-77, D-50674 Köln
Doppelheft: 4 EUR; Schnupperabo: Ein Vierteljahr für 5 EUR
Jahresabo: 20 EUR (Inland), 12 EUR (ermäßigt), E-Abo 50%
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Artikel im Internet: http://inprekorr.de
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[1] Siehe Aufrufe ab Januar 2005 unter http://inprekorr.de.
[2] Zu erwähnen sind insbesondere Deutschland mit 6 650 €, Solidaritet
utan Gränser (Solidarität ohne Grenzen, eine von der Socialistiska
Partiet, der schwedischen Sektion der Vierten Internationale, geführte
Organisation), die 50 000 Schwedische Kronen (rund 5500 €) schicken
konnte, Espacio Alternativo (Spanien) und Revolta global (Katalonien),
die 6000 € überwiesen haben (darunter Geld, das an einer Versammlung der
Linken in Badia (nahe Barcelona) gesammelt wurde und zum Teil unseren
GenossInnen von der NSSP zukamen); die Ligue communiste révolutionnaire
(französische Sektion der IV. Internationale), die über 5000 €
aufgebracht hat; die Revolutionärkommunistische Liga in Japan (JRCL),
die 2000 Dollar gesammelt hat, wovon die Hälfte an die NSSP und die
andere Hälfte an indonesische NGOs geschickt wurden; die Spende von 5000
dänischen Kronen (670 €) durch die SAP (Sozialistische Arbeiterpartei,
dänische Sektion der Vierten Internationale und Teil der Rot-Grünen
Einheitsliste). Inprecor erhielt direkt 740 €, die der NSSP überwiesen
wurden. Und nicht zuletzt haben seit der Verfassung dieses Artikels die
International Socialist Group (ISG, britische Sektion der Vierten
Internationale) und Socialist Resistance 1500 Pfund Sterling (2200 €) an
die NSSP überwiesen.
[3] Beiträge können direkt überwiesen werden an: Corporation Co-op &
Mercantile Union, Konto Nr. 0600163663, Bank of Ceylon, 5th city branch,
York Street, Colombo 1, Sri Lanka, Internationaler Bank-Code: BCEYLKLX.
Für alle Kontakte: ccmu at sltnet.lk