[IPK] Ökologie: Warum man aufhören muss, fossilen Kohlenstoff zu emittieren

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Mi Sep 5 23:41:01 CEST 2007


Ökologie:

Warum man aufhören muss, fossilen Kohlenstoff zu emittieren
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Kohlenstoff ist auf der Erde vorhanden in der Luft (Atmosphäre), in
organischen Materialien (Biosphäre) in den Ozeanen (Hydrosphäre) und im
Gestein (Lithosphäre). Diese verschiedenen Speicher sind miteinander über
Austauschmechanismen verknüpft, die Zyklen bilden, und diese Zyklen sind
miteinander verbunden. Das ganze ist bekannt unter dem Namen
"Kohlenstoffzyklus" oder "-kreislauf".

Der kürzeste Zyklus ist der Austausch zwischen Biosphäre und Atmosphäre: Die
grünen Pflanzen absorbieren CO2 aus der Luft und erzeugen daraus mit ihrem
Chlorophyll große Moleküle auf Kohlenstoff-Basis (organische Moleküle).
Diese Moleküle dienen als Grundlage aller Stufen des Lebens. Im Übrigen
atmen die Pflanzen und alle anderen lebenden Organismen und geben dabei CO2
in die Atmosphäre zurück.

Der längste Zyklus ist der Austausch
Atmosphäre-Biosphäre-Hydrosphäre-Lithosphäre. Ein großer Teil des im Boden
gebundenen Kohlenstoffs beispielsweise wird zu Gestein. Dieser Kohlenstoff
kehrt erst Millionen Jahre später bei Vulkanausbrüchen in die Atmosphäre
zurück.

Erdöl, Kohle und Erdgas werden als "fossile" Brennstoffe bezeichnet, weil
sie aus organischem Kohlenstoff gebildet wurden, der sich in großen Mengen
in der Lithosphäre angesammelt hat.

Man kann die Kohlenstoffmengen berechnen, die sich an den verschiedenen
Stationen eines Zyklus befinden. Bei dem  obigen Schema sieht man
beispielsweise, dass Kohlenstoff in der Form von CO2 oder CH4, die den
Treibhauseffekt verursachen, der die Erde erst bewohnbar macht, nur in sehr
kleinen Mengen (in Spuren) in der Atmosphäre vorkommt. Man sieht ferner,
dass fossiler Kohlenstoff in der Lithosphäre in Form von Erdöl und anderen
Brennstoffen einen Vorrat ausmacht, der siebenmal größer ist als der
Kohlenstoff in der Atmosphäre (5000 Gigatonnen). Weiter sieht man, dass die
Menge in der Biosphäre der Menge in der Atmosphäre ähnlich ist.

Das Verfeuern fossiler Brennstoffe bedeutet also, den langen
Kohlenstoffzyklus (den mit der Lithosphäre) brutal abzukürzen und künstlich
Massen von CO2 in den kurzen Zyklus (der über die Biosphäre läuft) zu
bringen. Da dieser Zyklus bereits gesättigt ist, gibt es keine andere
strukturelle Lösung, als das Verfeuern fossiler Brennstoffe zu beenden.

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Aus:   Inprekorr Nr. 428/429   (Internationale Pressekorrespondenz)
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