[IPK] Oktoberrevolution: Neunzig Jahre später
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Geschichte:
Neunzig Jahre später
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Die Oktoberrevolution 1917 war das einflussreichste Ereignis des zwanzigsten
Jahrhunderts. Aber da Geschichte von den Siegern geschrieben wird, ist es
weithin unbekannt, dass der Oktober der Startschuss zu einer umfassenden und
mächtigen Infragestellung des Kapitalismus war, die alle Industrieländer
erfasste und ein Echo in den Kolonialländern auslöste. Zwischen 1918 und
1921 errichten gewerkschaftlicher Organisationsgrad und Streiktage überall
nie gekannte Höhen, während die Reihen des revolutionären Flügels der
sozialistischen Bewegung anschwollen.
Von David Mandel
Die Oktoberrevolution 1917 war das einflussreichste Ereignis des zwanzigsten
Jahrhunderts. Aber da Geschichte von den Siegern geschrieben wird, ist es
weithin unbekannt, dass der Oktober der Startschuss zu einer umfassenden und
mächtigen Infragestellung des Kapitalismus war, die alle Industrieländer
erfasste und ein Echo in den Kolonialländern auslöste. Zwischen 1918 und
1921 erreichten gewerkschaftlicher Organisationsgrad und Streiktage überall
nie gekannte Höhen, während die Reihen des revolutionären Flügels der
sozialistischen Bewegung anschwollen.
Revolutionen, in denen die Arbeiterklasse die treibende Kraft war,
ereigneten sich in Deutschland, Österreich, Ungarn und Finnland.
Revolutionäre Situationen (d.h. die reale, unmittelbare Möglichkeit einer
Revolution) entstanden in Italien und Teilen Frankreichs und Polens. In
einem Memorandum an die Pariser Friedenskonferenz von 1919 schrieb der
britische Premierminister: "Ganz Europa ist in revolutionärer Stimmung. Die
Arbeiter haben ein tiefes Gefühl der Unzufriedenheit mit den
Lebensbedingungen, wie sie vor dem Kriege herrschten; sie sind voller Wut
und Empörung. Die ganze bestehende soziale, politische und wirtschaftliche
Ordnung wird von den Menschenmassen von einem Ende Europas bis zum anderen
in Frage gestellt."
Die Welle der Unruhe ließ auch Nordamerika nicht aus. Kanada erlebte
1919--1920 eine massive Streikwelle, einschließlich einiger städteweiter
Generalstreiks. Die meisten Streikenden traten aus Solidarität mit anderen
Arbeitern in den Ausstand, ein sicheres Zeichen der Radikalisierung. Der
damalige Premierminister Robert Borden erinnerte sich später: "In einigen
Städten gab es wohl durchdachte Versuche, die bestehende Organisation der
Regierung zu stürzen und durch rohe, fantastische Methoden auf Grundlage
absurder Vorstellungen davon, was in Russland erreicht worden war, zu
ersetzen. In einigen Gemeinden wurde es nötig, die revolutionären Methoden
mit fester Hand zu unterdrücken, und ich bin davor nicht zurückgewichen."
Der Generalstreik von Winnipeg wurde zu einem kleinen Bürgerkrieg, in dem
die Bundesregierung eine bürgerliche Miliz bewaffnete, nachdem die Polizei
zu den Streikenden übergelaufen war. Tatsächlich war das Ziel, die
Arbeiterbewegung einzugrenzen und zurückzudrängen, das wesentliche Motiv bei
der Gründung der RCMP [1] in dieser Zeit. Man meinte, dass städtische und
regionale Polizei alleine nicht zuverlässig genug waren.
In den USA verdoppelte sich die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder zwischen
1916 und 1920 auf fünf Millionen. 1919 streikten über vier Millionen
Arbeiterinnen und Arbeiter, das waren unglaubliche 20 Prozent der
Beschäftigten. Im selben Jahr führten 365.000 Stahlarbeiter den größten
Streik durch, den die USA je erlebten, und Seattle wurde von einem
Generalstreik lahmgelegt.
Aber überall, außer in Russland, wurde die revolutionäre Welle
zurückgeschlagen. Dieses Scheitern war die Wurzel des anschließenden
Aufstiegs des Faschismus (einer arbeiter- und sozialismusfeindlichen
Bewegung, die überall die Sympathie der Bourgeoisie und oft ihre materielle
Unterstützung genoss) wie auch des stalinistischen Totalitarismus. Rosa
Luxemburg, Führerin der deutschen Revolutionärsozialisten, die im Januar
1919 von protofaschistischen Truppen ermordet wurde, benannte die
Alternative, vor der die Menschheit steht, korrekt als "Sozialismus oder
Barbarei".
Doch während der Zusammenhang zwischen dem Scheitern der revolutionären
Welle im Westen und dem Aufstieg des Faschismus relativ klar ist, so gilt
das nicht für die Verbindung mit dem Aufstieg des Stalinismus.
ZWEI REVOLUTIONEN
Russland hatte 1917 zwei Revolutionen, eine im Februar und die andere im
Oktober. Beim Sturz der Monarchie und ihrer totalitären Regimes im Februar
1917 hatten die Volksmassen keine Intention, den Kapitalismus anzugreifen.
Dies erklärt, warum sie den Liberalen, der wichtigsten Partei der
besitzenden Klassen (Kapitalisten und Adel) die Bildung der provisorischen
Regierung erlaubten. Die Ziele der Arbeiter und Bauern waren: eine
demokratische Republik, Bodenreform (Beschlagnahme der Ländereien des Adels
und freie Verteilung an die Bauern), Ablehnung der imperialistischen
Kriegsziele Russlands zugunsten einer aktiven, demokratischen
Friedenspolitik und der Acht-Stunden-Arbeitstag.
Die verschiedenen sozialistischen Parteien einschließlich einer Mehrheit der
Bolschewiki unterstützten die liberale Regierung. Doch Lenins Rückkehr nach
Russland Anfang April drehte die bolschewistische Partei schnell herum. Dass
war ihm so schnell nur möglich, weil die in der Arbeiterklasse verwurzelte
Basis und mittlere Führung aus früheren Erfahrungen schon lange den Schluss
gezogen hatte, dass die besitzenden Klassen gegen Demokratie waren und den
russischen Imperialismus massiv unterstützten. Nach dieser Ansicht, die die
bolschewistische Führung in den euphorischen Tagen der scheinbaren
nationalen Einheit nach der Februarrevolution zeitweise aufgegeben hatte,
konnte die Revolution nur siegen, wenn sie von einer Regierung der Arbeiter
und Bauern gegen die besitzenden Klassen geführt wird.
Was an Lenins Position im April 1917 (zusammengefasst in seinen berühmten
"Aprilthesen") wirklich neu war, zumindest was die Bolschewiki betrifft,
war, dass er jetzt zu einer sozialistischen Revolution in Russland aufrief.
Bei dieser Position war er irgendwann im Jahre 1915 angekommen, nach einer
Analyse des Weltkriegs und der revolutionären Möglichkeiten, die er in den
kriegführenden Staaten eröffnete. Tatsache ist aber, dass Trotzki und andere
vom linken Flügel des russischen Sozialismus schon viel früher zu dem
Schluss gekommen waren, dass eine Revolution in Russland, was auch immer
ihre ursprünglichen Ziele sein mögen, nur durch den Sturz des Kapitalismus
siegen könnte.
Seit Ende April 1917 riefen die Bolschewiki zur Bildung einer Regierung der
Sowjets auf, jener Räte also, die die Arbeiter und Soldaten (die überwiegend
Bauern waren) im Zuge der Februarrevolution gewählt hatten. Dies wäre eine
Regierung ausschließlich des Volkes bei Entrechtung der besitzenden Klassen.
Zunächst fand diese Position wenig Unterstützung im Volk. Es wurde als
unnötig betrachtet, die besitzenden Klassen vor den Kopf zu stoßen, die sich
doch im Februar hinter die Revolution gestellt zu haben schienen. Dies würde
einen Bürgerkrieg auslösen, den keiner wollte. (Die Petrograder
Metallarbeiter, der radikale Kern der Arbeiterbewegung, waren eine
bedeutende Ausnahme. Hier in der russischen Hauptstadt forderten einige
Bezirkssowjets die Rätemacht sogar schon während der Februarrevolution.)
Aber nach acht Monaten der Untätigkeit und Sabotage seitens der liberalen
Regierung und angesichts der wachsenden Gefahr eines durch die Aussperrung
der Industriellen unterstützten konterrevolutionären Militärputschs, wurde
die Korrektheit der bolschewistischen Position für die Volksmassen
offensichtlich. Überall forderten sie die sofortige Übergabe der Macht am
die Sowjets. Dies geschah dann am 25. Oktober, oder dem 7. November nach dem
gregorianischen Kalender im Westen, mit einem Minimum an Blutvergießen.
Aus diesem Blickwinkel könnte man die Oktoberrevolution eigentlich als Akt
der Verteidigung der demokratischen Revolution des Februars gegen die
unmittelbare Gefahr der Konterrevolution sehen. Aber da sich diese zweite
Revolution gegen die besitzenden Klassen richtete, löste sie zwangsläufig
eine antikapitalistische Dynamik aus. Gleichzeitig war der Oktober mehr als
nur ein Akt der Verteidigung. Die Sowjets übernahmen die Macht in der
Hoffnung, die Volksmassen im Westen zu inspirieren, dem russischen Beispiel
zu folgen. Dies war nicht einfach nur Ausdruck eines internationalistischen
Idealismus. Es wurde als fundamentale Voraussetzung für das Überleben der
Revolution gesehen.
Als Marxisten waren die Bolschewiki der Meinung dass in Russland, einem sehr
armen, überwiegend bäuerlichen Land, die materiellen und politischen
Bedingungen für den Sozialismus fehlten. Russland brauchte die Unterstützung
entwickelter sozialistischer Länder im Westen, um eine sozialistische
Transformation durchzuführen. Aber es gab andere, viel unmittelbarere
Probleme, die ihre Lösung nicht ohne Unterstützung von Revolutionen im
Westen finden konnten. Zunächst einmal würden die kapitalistischen Staaten
niemals eine sozialistische Revolution in Russland akzeptieren. Tatsächlich
schickten alle industrialisierten (und einige nicht industrialisierte)
Länder Truppen gegen die Sowjets und/oder finanzierten einheimische
konterrevolutionäre Kräfte. Außerdem errichteten sie eine wirtschaftliche
und diplomatische Blockade gegen den Sowjetstaat.
Das andere unmittelbare Problem war die Bauernschaft, etwas 85% der
Bevölkerung. Die Bauern würden die Bolschewiki insoweit unterstützen als sie
die Bodenreform durchführten und Russland aus dem imperialistischen Krieg
zurückzogen, aber als Klasse (besonders ihre besser gestellten und mittleren
Elemente, von denen die letzten die Mehrheit bildeten) waren sie nicht
spontan kollektivistisch. Wenn das Land erst einmal verteilt war, würden sie
sich gegen die Arbeiter wenden, die dann gezwungen wären, kollektivistische
Maßnahmen durchzusetzen, um die Revolution zu verteidigen und ihr eigenes
physisches Überleben sicherzustellen.
Diese Analyse war nicht auf die bolschewistische Führung beschränkt. Sie
wurde weitgehend geteilt von den Arbeitermassen, die stark auf das Auf und
Ab der Klassenkämpfe im Westen reagierten. Auch die Menschewiki, die sich
als "orthodoxe Marxisten" anfangs geweigert hatten, die Oktoberrevolution zu
unterstützen, weil in Russland die Voraussetzungen für den Sozialismus
fehlten, schlossen sich dieser Analyse an. Dies war der Grund dafür, dass
die Mehrheit der Partei schließlich die Sowjetmacht unterstützte, nachdem
die deutsche Revolution im November 1918 ausgebrochen war: die Revolution im
Westen hatte die Oktoberrevolution lebensfähig gemacht.
SOWJETS IN LONDON
Obwohl die russische Revolution eine Armee von Grund auf neu aufbauen
musste, und dies sogar bei zusammenbrechender Wirtschaft, überlebte sie
entgegen aller Erwartungen die Angriffe der kapitalistischen Welt trotz
ihrer Isolation. Dies wurde größtenteils möglich durch den Aufschwung der
Arbeiterbewegung im Westen, was die Fähigkeit der imperialistischen Staaten
militärisch einzugreifen begrenzte. Ein Historiker erklärte dies so: "Die
Staatsmänner in Paris saßen auf einer dünnen Kruste festen Bodens, während
unter ihnen die vulkanischen Kräfte des sozialen Umsturzes brodelten... So
gab es einen absolut überzeugenden Grund, warum die Alliierten die
Hoffnungen der weißen Russen auf eine Intervention mit einer großen Zahl
von Truppen nicht erfüllen konnten: es gab keine zuverlässigen Truppen.
Führende Staatsmänner und Soldaten waren sich einig, dass der Versuch,
Soldaten in großer Zahl nach Russland zu schicken, wahrscheinlich in einer
Meuterei enden würde."
Als Antwort auf Winston Churchills Aufforderung, mehr Truppen zu schicken,
entgegnete der Premierminister: "Wenn Großbritannien militärische Maßnahmen
gegen die Bolschewisten ergreift, wird Großbritannien selbst bolschewistisch
werden und wir werden Sowjets in London haben." Dies mag die unmittelbare
Gefahr übertrieben haben, aber die Weigerung der Hafenarbeiter Waffen zu
verladen, die Massendemonstrationen überall im Land, die direkte Gefahr
eines Generalstreiks und Hinweise auf noch entschiedenere Aktionen -- 350
örtliche Arbeiterräte hatten sich schon gebildet und warteten nur auf ein
Signal -- hielten Britannien von größeren Interventionen an der Seite
Frankreichs zur Unterstützung der Polen bei ihrer Invasion im August 1920
ab. Die selbstlose Aktion der Labour Party, ganz gegen den Charakter ihrer
im Allgemeinen reformistischen Führung, charakterisiert die damalige Zeit
und leistete einen direkten Beitrag zum Überleben der Revolution.
Die Revolution überstand auch die Feindlichkeit der Bauernschaft, die durch
das Getreidemonopol der Sowjetregierung und ihre Politik der Requirierung
landwirtschaftlicher Überschüsse und von vielem, was kein Überschuss war,
unzufrieden geworden war. Aber die Bauern verstanden auch, dass die
Bolschewiki die einzige Kraft waren, die den Sieg über die Konterrevolution,
die die Bodenreform in einem Meer von Bauernblut ertränkt hätte,
organisieren konnte. Beispielsweise brach im Frühjahr 1919 im Gebiet der
mittleren Wolga ein größerer Bauernaufstand aus. Einige Monate später begann
der weiße General Denikin eine Großoffensive von Süden her und zählte dabei
auf die Unterstützung der Bauern. Für die Bolschewiki war dies einer der
verzweifeltsten Momente des Bürgerkriegs. Sie versuchten alles: Repression,
Propaganda, Steuersenkung für die Mittelbauern und Amnestie für die
Aufständischen. Nichts half. Die Wende kam erst, als Denikins Armee kurz vor
Moskau stand und die Bauern die Rückkehr der Großgrundbesitzer als spürbare
und unmittelbare Gefahr sahen. In diesem Moment erlosch der Aufstand einfach
aus sich selbst heraus. und fast eine Million Deserteure kehrten freiwillig
in die Reihen der Roten Armee zurück.
Aber der Sowjetsieg nach drei Jahren Bürgerkriegs und ausländischer
Intervention kostete einen furchtbaren Preis: Millionen von Toten, meist
durch Hunger und Krankheit, die Wirtschaft zerschlagen und die
Arbeiterklasse, die Triebkraft der revolutionären Bewegung, ausgeblutet und
zersplittert. Zusammen mit der Isolation der Revolution war der
sozio-politische Boden, auf dem die bürokratische Diktatur wuchs und sich in
den folgenden Jahren konsolidierte. Dies war der Grund dafür, dass Stalin
entgegen marxistischer Analyse 1924 erklärte, Russland könne den Sozialismus
isoliert aufbauen. Unter anderem diente diese "Theorie" zur Rechtfertigung
der Unterordnung der ausländischen kommunistischen Parteien unter die
Interessen der russischen bürokratischen Elite, einer Politik, die diese
Parteien aufforderte, das Ziel der sozialistischen Revolution aufzugeben.
Das bürokratische Regime, das schon bald seine eigene Arbeiterklasse unter
dem Stiefel seines Repressionsapparats zermalmen und für die nächsten sechs
Dekaden atomisiert halten sollte, war an Revolutionen im Ausland, besonders
in den entwickelten kapitalistischen Ländern, nicht nur nicht interessiert,
sondern es fühlte sich direkt bedroht von ihnen.
SIE HABEN ES GEWAGT
Um die Forderung der Fabrikkomitees im Frühjahr 1918 nach Nationalisierung
der Fabriken -- eine von den Bolschewiki im Oktober 1917 nicht vorgesehene
Maßnahme -- zu erläutern, sagte ein Aktivist damals:
"Die Bedingungen waren so, dass die Fabrikkomitees die volle Kontrolle über
die Unternehmen übernommen haben. Dies war Ergebnis der ganzen Entwicklung
unserer Revolution, das unausweichliche Ergebnis des sich entfaltenden
Klassenkampfs. Das Proletariat ging diesen Weg weniger gezielt, als dass es
von den Umständen geführt wurde. Es musste einfach tun, was in der gegebenen
Situation unabweisbar war.
Und so schrecklich das für viele klingen mag, bedeutete es die komplette
Entfernung der Kapitalisten aus der Steuerung der Wirtschaft. Ja, das sind
?sozialistische Experimente', wie unsere Gegner abfällig sagen... Ja, wir
müssen es sagen: Das, was die russische Arbeiterklasse tun muss, ist die
Beseitigung des Kapitalismus und der Wiederaufbau unserer Wirtschaft auf
neuer sozialistischer Grundlage. Das ist keine ?fantastische Theorie' und
auch keine ?freie Entscheidung' -- wir haben einfach keine andere Wahl. Und
da es von der Arbeiterklasse getan wird und die Kapitalisten im Verlauf des
revolutionären Kampfs weggestoßen werden, muss es wohl eine sozialistische
Ordnung sein.
Wird es eine neue Pariser Commune sein [die nach 72 Tagen gestürzt wurde --
d.Üb.] oder wird es zum Weltsozialismus führen -- das hängt von den
internationalen Umständen ab. Aber wir haben absolut keine Alternative."
Auch neunzig Jahre später ist es immer noch zu früh, eine endgültige Bilanz
der Oktoberrevolution aus sozialistischer Perspektive zu ziehen. Aber heute,
wenn nichts mehr von dieser Revolution übrig geblieben zu sein scheint (und
nur die Zeit wird entscheiden, ob dies eine Illusion ist), kann man
zumindest sagen: "Mit dem Rücken zur Wand haben sie es gewagt."
Die russischen Arbeiter begannen eine breit angelegte Gegenoffensive, die
die Chance für den Sieg offen hielt, statt sich für eine impotente
Verteidigungstaktik zu entscheiden, die eine sichere Niederlage versprach.
Heute, wo es um nichts weniger als das Überleben der Menschheit geht, ist
dies wirklich etwas, das die Arbeiterinnen und Arbeiter von der
Oktoberrevolution lernen können.
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Oktober 2007
Daniel Mandel ist internationaler Experte für die post-sowjetische
Arbeiterbewegung und Autor zahlloser Bücher über die ex-UdSSR seit dem
Aufkommen der Perestroika in den 1980er Jahren. Sein jüngstes Buch ist
/Labour After Communism/ (South End Press).
Übers.: Björn Mertens
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Aus: Inprekorr Nr. 434/435 (Internationale Pressekorrespondenz)
Nachdruck gegen Quellenangabe und Belegexemplar erwünscht
E-Mail: inprekorr at comlink.org
Bestellungen: Verlag Neuer Kurs, Dasselstr. 75-77, D-50674 Köln
Doppelheft: 4 EUR; Schnupperabo: Ein Vierteljahr für 5 EUR
Jahresabo: 20 EUR (Inland), 12 EUR (ermäßigt), E-Abo 50%
Artikel im CL-Datennetz: cl.medien.inprekorr
Artikel im Internet: http://inprekorr.de
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[1] Die Royal Canadian Mounted Police (Königlich kanadische berittene
Polizei -- RCMP) ist die nationale Polizei Kanadas. Sie wurde im Februar
1920 gegründet. (Anm. d. Üb.)